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Sonntag, 20. Mai 2012

IT Management BLOG

Im Blog werden in unregelmäßiger Folge Themen aus der Praxis angesprochen.

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Tags: Due Diligence | IT Due Diligence | Organisation | Prozesse | Reporting

dd-lupe2Man hört an Stammtischen immer wieder von Outsourcing-Deals, die auf dem Golfplatz geschlossen wurden und sich in einer späteren Phase zu einem Desaster entwickelt haben

Eigentlich sollte man davon ausgehen, das aufgrund aktueller Compliance Anforderungen solche Deals gar nicht mehr möglich sind, genau wie das Phänomen, dass ein externer Berater einen bestimmten Dienstleister allein aufgrund seiner persönlichen Erfahrung durchsetzt.

In solchen Fällen schleicht sich nicht nur unweigerlich der Verdacht der persönlichen Vorteilsnahme ein, es wurde ein wesentlicher Schritt eines jeden Outsourcings vergessen, nämlich die Durchführung einer Due Diligence vor der Entscheidung.

Die Informationen die in dieser Phase auf beiden Seiten gewonnen werden, sind nicht nur in der Entscheidungsphase auf der Outsourcing-Geber-Seite von Bedeutung, sondern ermöglichen auch dem Outsourcing-Nehmer eine fundierte Kalkulation seines Angebotes und eine sinnvolle Planung sowohl des Setups der späteren Transition als auch der Delivery Organisation.

Gelangen diese fundamentalen Informationen erst im späteren Verlauf in das Projekt, sind massive Verzögerungen und Zusatzkosten als Risiko vorprogrammiert.

Der Umfang einer Due Diligence darf sich dabei auf keinen Fall nur auf monetäre oder juristische Aspekte erstrecken - viel wesentlicher, weil mit weitreichenderen Auswirkungen verbunden - sind hier alle Aspekte, die Bedeutung für die konkrete Ausführung und das Management des Vorhabens von Belang sind.

Nicht selten ist ein Outsourcing-Nehmer trotz sauberer Bilanzen allein vom Know-How her nicht ohne weiteres in der Lage einen über mehrere Jahre als Insellösung fortentwickelten IT Betrieb einfach zu übernehmen. Zu großer Optimismus schadet hier beiden Seiten des Deals.

 

In der Regel empfiehlt sich sogar die Investition in eine Dual Due Diligence, bei der der künftige Provider sich die IT des Kunden genau ansieht und der Kunde die Fähigkeiten der Provider-Organisation untersucht.

Und letzten Endes empfiehlt es sich, bei jeder Vendor- bzw. Provider Due Diligence die Versprechen aus der RfI Phase auch in Bezug auf Kooperations-Bereitschaft mit Mitbewerbern und intern tatsächlich gelebte Workflows innerhalb von Labs bzw. Workshops intensiv zu prüfen.

Ein eigener direkter Eindruck von den Leuten, die später die Arbeit übernehmen sollen, bringt oft mehr als 100 strukturierte Fragebögen und hunderte von Powerpoint-Slides der Vertriebler.

RestrukturitisWährend man früher unter dem Begriff IT Restrukturierung vor allem große Änderungen der technischen Infrastruktur verstand, vollzieht sich gerade ein Wandel.

Während die Technik immer zuverlässiger läuft und gleichzeitig im Zeichen der Krise schon marginale Verbesserungen zählen, geraten immer häufiger organisatorische Potentiale in den Focus der Betrachtung der Vorstandsetagen. In der Regel nicht ganz ohne heftigem Gegenwind aus den mittleren Hierachie-Etagen.

Die typischen Defizite lassen sich mit einem Surface Scan der Organisation und der Prozesse über die 4 generischen Lifecycle Etappen PLANUNG - DOING/OPERATIONS - MONITORING/EVALUATION - MEASURES mit vertretbaren Mitteln aufspüren.

Nicht selten findet man folgende Effekte:

PLANUNG

  • Reporting ist nicht auf objektive Management Information (->Steuerung) ausgelegt
  • Ergebnisplanung,Plan-/Ist Vergleiche finden nicht statt
  • Neu-Planung von Systemen folgt keiner Gesamt-Strategie
  • Initiativen / Verbesserungsvorschläge aus dem operativen Bereich werden nicht berücksichtigt
  • Programm-Management ist nicht etabliert - statt dessen viele Einzelprojekte
  • Portfolio Management ist nicht etabliert

 

DOING/OPERATIONS

  • Einsatz heterogener Systeme
  • Erfolgskontrolle von Projekten erfolgt nur auf ausführender Ebene
  • Projekte werden ohne Ressourcen-Balancing der Organisation aufgebürdet
  • Projekte ziehen sich über Jahre hin (Dauerläufer)

 

MONITORING/EVALUATION:

  • keine Early Warning Prozesse etabliert
  • Zufriedenheitsanalysen bei Kunden und Mitarbeitern finden nicht statt
  • einzelne IT Stakeholder haben eine Filterfunktion in Richtung Management
  • Sourcing-Verhältnisse werden keinem regelmäßigem Benchmark unterzogen

 

MEASURES

  • objektive Erfolgsbetrachtung findet nicht auf allen Ebenen statt
  • Reaktion auf kritische Entwicklungen verläuft wenn überhaupt nur reaktiv
  • Priorisierung und Risiko-Management werden nach "unten" deligiert
  • Vorschlagswesen / Beschwerdemanagement ist nicht etabliert
  • Zensur von Kritik in Richtung Top-Management

 

In diesen Fällen bewegt sich die IT Organisation insgesamt in einer Einbahnstrasse, die auch durch Ihre Funktion als Nervensystem für das Gesamt-Unternehmen massive Schäden produziert und aus eigener Kraft in der Regel nicht verlassen werden kann.

Hierbei ist eine Kombination von kurzfristigen Maßnahmen zur Schonung der Ressourcen und Verbesserung der Unternehmenssteuerung mit mittelfristigen Maßnahmen z.B. die Einführung eines Programms zur Erzielung einer echten gewollten Governance angeraten.

 

 

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